Kapitel 36 – Redundanz, Alternativen und systemische Robustheit

1. Redundanz als Fähigkeit, Funktionen mehrfach abzusichern

Redundanz bedeutet, dass ein System eine Funktion auf mehreren Wegen erfüllen kann.
Sie ist kein Zeichen von Ineffizienz, sondern von Weitsicht.
Ein System mit Redundanz bleibt funktionsfähig, auch wenn ein Element ausfällt.
Redundanz schafft:

Sie bildet die strukturelle Grundlage von Stabilität.

2. Alternativen als konkrete Ausprägung von Redundanz

Alternativen sind nicht bloß Ersatzlösungen.
Sie sind eigenständige Pfade, die dieselbe Wirkung auf unterschiedliche Weise erzeugen können.
Ein System mit Alternativen ist nicht abhängig von:

Es besitzt mehrere Wege, um seine Reproduktion zu sichern — und damit mehrere Chancen, Störungen zu überstehen.

3. Systemische Robustheit als Ergebnis von Redundanz und Alternativen

Robustheit entsteht, wenn Redundanz und Alternativen so organisiert sind, dass das System auch unter Belastung tragfähig bleibt.
Robustheit bedeutet nicht Härte, sondern Widerstandsfähigkeit.

Ein robustes System:

Robustheit ist die Fähigkeit, Störungen zu absorbieren, ohne die Identität zu verlieren.

4. Die bewusste Redundanz stabiler Systeme

Stabile Systeme bauen Redundanz gezielt auf.
Sie wissen, dass reine Effizienz fragil macht.
Sie schaffen:

Ihre Robustheit entsteht aus der Fähigkeit, nicht nur einen Plan zu haben, sondern mehrere.

5. Die fragile Effizienz instabiler Systeme

Instabile Systeme vernachlässigen Redundanz.
Sie optimieren für Effizienz, bis keine Reserven mehr bleiben.
Sie:

So wird jede Störung zur Krise — und jeder Ausfall zum Risiko für das Ganze.

6. Die Sicherheitsordnung des Systems

Redundanz, Alternativen und systemische Robustheit bilden die Sicherheitsordnung eines Systems.

7. Systemischer Realismus

Systemischer Realismus erkennt:

Ein System lebt, solange es Alternativen besitzt —
und die Kraft, sie zu aktivieren, wenn der Hauptpfad bricht.