Wir leben in einer Zeit, in der die Systeme, die uns tragen, ihre Stabilität verlieren.
Nicht langsam.
Nicht schleichend.
Sondern sichtbar, spürbar, täglich.
Wir erleben:
Wir erleben Überforderung, Orientierungslosigkeit, Erschöpfung.
Wir erleben, dass etwas Grundlegendes nicht mehr stimmt.
Doch wir sprechen über Symptome, nicht über Ursachen.
Wir reagieren, statt zu verstehen.
Wir reparieren, statt zu stabilisieren.
Wir kontrollieren, statt zu reproduzieren.
Wir stehen auf dem Kopf.
Nicht, weil wir dumm sind.
Nicht, weil wir böse sind.
Sondern weil wir die Logik der Systeme vergessen haben, die uns tragen.
Wir haben vergessen:
Wir haben vergessen, dass wir Teil eines Systems sind —
und nicht außerhalb stehen.
Wir haben uns angewöhnt, die Welt linear zu denken:
Mehr, schneller, weiter.
Doch die Welt funktioniert nicht linear.
Sie funktioniert in Kreisläufen.
Sie funktioniert durch Rückführung.
Sie funktioniert durch Reproduktion.
Wenn Kreisläufe brechen, verlieren Systeme ihre Stabilität.
Wenn Reproduktion ausfällt, verlieren sie ihre Zukunft.
Wenn Energie nicht mehr gebunden wird, verlieren sie ihre Ordnung.
Und genau das geschieht heute — überall.
Systeme werden zu „Abfall“ — nicht, weil sie wertlos sind,
sondern weil sie ihre Funktion verloren haben.
Im Systemischen Realismus gibt es keinen Abfall.
Es gibt:
Wir stehen auf dem Kopf, weil wir die Ordnung der Welt umgedreht haben.
Wir behandeln Mehrwert als Besitz, statt als gebundene Energie.
Wir entnehmen, statt zurückzuführen.
Wir verbrauchen, statt zu reproduzieren.
Wir kontrollieren, statt zu koppeln.
Doch die Welt lässt sich nicht kontrollieren.
Sie lässt sich nur stabilisieren.
Dieses Kapitel markiert den Beginn einer Rückkehr:
Wir stehen auf dem Kopf.
Dieses Werk zeigt, wie wir wieder auf die Füße kommen.