Systeme werden nicht plötzlich instabil.
Sie brechen nicht von einem Tag auf den anderen zusammen.
Instabilität entsteht schrittweise — leise, unsichtbar, oft unbemerkt.
Ein System verliert seine Stabilität, wenn es seine Reproduktionsfähigkeit verliert:
Das ist der Kern jeder Krise, die wir heute erleben.
Wir sprechen über:
Doch all diese Phänomene sind Ausdruck desselben Musters:
Systeme verlieren ihre Fähigkeit, sich selbst zu reproduzieren.
Ein ökologisches System wird instabil, wenn es mehr Energie verliert, als es bindet.
Ein soziales System wird instabil, wenn Vertrauen nicht zurückgeführt wird.
Ein kulturelles System wird instabil, wenn Wissen nicht weitergegeben wird.
Ein wirtschaftliches System wird instabil, wenn Mehrwert nicht in die Systeme zurückfließt, die ihn ermöglichen.
Instabilität ist kein moralisches Versagen.
Instabilität ist ein Reproduktionsversagen.
Wir haben gelernt, Systeme zu nutzen.
Wir haben gelernt, Systeme zu beschleunigen.
Wir haben gelernt, Systeme zu kontrollieren.
Doch wir haben verlernt, Systeme zu stabilisieren.
Wir behandeln Systeme wie Maschinen:
Doch Systeme sind keine Maschinen.
Sie sind:
Wenn wir sie wie Maschinen behandeln, verlieren sie ihre Fähigkeit, sich selbst zu erneuern.
Sie verlieren ihre Zukunft.
Ein System, das seine Reproduktion verliert, beginnt zu zerfallen.
Nicht sofort.
Nicht sichtbar.
Aber unaufhaltsam.
Es verliert:
Und irgendwann verliert es sich selbst.
Das ist der Moment, in dem wir von „Krise“ sprechen.
Doch die Krise beginnt viel früher —
in dem Augenblick, in dem ein System seine Rückführung verliert.
Instabilität beginnt, wenn:
Dann beginnt Instabilität.
Wir stehen heute an einem Punkt, an dem viele Systeme gleichzeitig ihre Reproduktionsfähigkeit verlieren:
Nicht, weil sie schwach sind.
Sondern weil wir sie entkoppelt haben.
Wir haben die Kreisläufe unterbrochen.
Wir haben die Rückführung vernachlässigt.
Wir haben die Energiebindung geschwächt.
Wir haben die Reproduktion überlastet.
Und deshalb stehen wir auf dem Kopf.