Orientierung ist die Fähigkeit eines Systems, seine Position in einem komplexen Umfeld zu bestimmen.
Sie entsteht nicht durch vollständiges Wissen, sondern durch relevante Unterscheidungen.
Ein System ist orientiert, wenn es erkennt:
Orientierung ist die innere Landkarte, die Handlung ermöglicht, ohne Sicherheit zu versprechen.
Navigation beschreibt, wie ein System Entscheidungen trifft, wenn mehrere Wege möglich sind und keiner vollständig vorhersehbar ist.
Navigation ist kein linearer Plan, sondern ein fortlaufendes Justieren:
Navigation ist das Abwägen von Möglichkeiten, Risiken und Rückkopplungen.
Handlungsfähigkeit entsteht, wenn Orientierung und Navigation sich gegenseitig tragen.
Sie bedeutet nicht, alles tun zu können, sondern etwas tun zu können, das trägt.
Ein System ist handlungsfähig, wenn es trotz Unsicherheit Entscheidungen trifft, die seine Stabilität erhöhen.
Handlungsfähigkeit ist die emergente Form von Selbstwirksamkeit:
die Fähigkeit, Wirkung zu erzeugen, ohne die eigene Struktur zu überfordern.
Stabile Systeme pflegen Orientierung.
Sie:
Ihre Handlungsfähigkeit entsteht aus Klarheit —
nicht aus Geschwindigkeit.
Instabile Systeme verlieren Orientierung.
Sie:
So wird Unsicherheit zur Lähmung —
und Handlungsfähigkeit zerfällt.
Orientierung, Navigation und systemische Handlungsfähigkeit bilden die operative Zukunftsordnung eines Systems.
Systemischer Realismus erkennt:
Ein System lebt, solange es seinen Weg nicht kennt —
und ihn dennoch gehen kann.