Verantwortung ist die Fähigkeit eines Systems, die Folgen seines Handelns in seine eigene Struktur einzubeziehen.
Sie entsteht, wenn ein System erkennt, dass jede Wirkung eine Rückwirkung erzeugt —
und dass Stabilität nicht nur aus dem entsteht, was es tut, sondern auch aus dem, was es unterlässt.
Verantwortung ist kein moralischer Begriff, sondern ein struktureller:
die Einsicht, dass jedes Handeln Teil eines größeren Zusammenhangs ist.
Ein System ist antwortfähig, wenn es auf Wirkungen reagieren kann, ohne seine Identität zu verlieren.
Antwortfähigkeit bedeutet:
Sie zeigt, wie gut ein System seine Rückkoppllungen versteht —
und wie flexibel es auf sie antworten kann.
Integrität entsteht, wenn Verantwortung und Antwortfähigkeit sich gegenseitig stärken.
Integrität bedeutet nicht Reinheit, sondern Stimmigkeit:
die Übereinstimmung zwischen dem, was ein System ist, was es tut und was es bewirkt.
Ein System besitzt Integrität, wenn:
Stabile Systeme kultivieren Verantwortung bewusst.
Sie:
Ihre Stärke liegt in der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen —
und tragfähig zu antworten.
Instabile Systeme verlieren Integrität.
Sie:
So entstehen Muster, die entweder zersplittern oder erstarren.
Verantwortung, Antwortfähigkeit und systemische Integrität bilden die ethische Ordnung eines Systems —
nicht im moralischen, sondern im strukturellen Sinn.
Systemischer Realismus erkennt:
Ein System lebt, solange es Verantwortung übernehmen kann —
und seine Integrität nicht verliert, wenn es auf die Welt antwortet.