Kapitel 01 - Die Ordnung des Lebens

Eingebettet ins System

Du bist Teil eines Systems, das dich trägt.
Dein Atem ist kein individueller Akt, sondern Ausdruck eines Kreislaufs, der lange vor dir begann.
Dein Leben ist möglich, weil Energie gebunden, geführt und erneuert wird.
Du existierst, weil Mehrwert entsteht, den du nicht selbst erzeugst.

Ursprung und Energiebindung

Die Sonne ist der Ursprung allen Mehrwerts.
Ohne sie keine Energiebindung.
Ohne Energiebindung keine Kreisläufe.
Ohne Kreisläufe keine Reproduktion.
Ohne Reproduktion keine Zukunft.

Kreisläufe als Grundlage der Stabilität

Kreisläufe führen Stoffe zurück, schließen Verluste, erneuern Strukturen.
Nur Systeme, die ihre Rückführung sichern, können bestehen.
Reproduktion ist der Kern des Lebens – nicht nur biologisch, sondern als universelles Prinzip:
Alles, was bleibt, bleibt, weil es sich erneuert.

Mehrwert und seine Bindung

Mehrwert ist gebundene Energie – kein Besitz.
Er entsteht im System und gehört den Systemen, die ihn ermöglichen.
Wird Mehrwert entkoppelt, verliert das System seine Kraft.

Rückführung und Verlust

Rückführung ist die Bedingung für Stabilität.
Ohne Rückführung entsteht Abfall.
Abfall ist verlorene Reproduktion – Energie, die nicht mehr zurückfindet.

Instabilität als systemische Folge

Instabilität ist kein moralisches Problem.
Instabilität ist die Folge unterbrochener Reproduktion.
Systeme zerfallen nicht, weil sie „schlecht“ sind, sondern weil sie ihre Kreisläufe verlieren.

Die Rolle des Menschen im System

Wir müssen die Systeme stabilisieren, die uns stabilisieren.
Wir sind Elemente, keine Beobachter.
Wir stehen nicht außerhalb der Welt, sondern in ihr – vollständig abhängig von ihren Kreisläufen.

Zukunft als Reproduktionsfähigkeit

Zukunft entsteht aus Reproduktionsfähigkeit.
Nicht aus Wachstum, nicht aus Kontrolle, nicht aus Willen.
Nur Systeme, die sich erneuern, können Zukunft hervorbringen.

Systemischer Realismus

Systemischer Realismus ist die Ordnung der Welt.
Die Logik, die wir vergessen haben.
Die Klarheit, die wir wiederfinden müssen.

Ein neuer Standpunkt

Wir stehen auf dem Kopf.
Dieses Werk stellt uns wieder auf die Füße.