Energie ist die Grundlage jedes Systems.
Nicht als abstrakte Größe, sondern als gebundene Fähigkeit, Arbeit zu leisten, Strukturen zu erhalten und Reproduktion zu ermöglichen.
Ohne Energie keine Bewegung.
Ohne Bewegung keine Kreisläufe.
Ohne Kreisläufe kein Leben.
Mehrwert ist gebundene Energie in organisierter Form.
Er entsteht, wenn ein System mehr Energie bindet, als es unmittelbar verbraucht.
Mehrwert ist kein Besitz und keine Ressource, die einem einzelnen Element gehört.
Mehrwert ist ein Systemzustand.
Er existiert nur, solange das System ihn trägt.
Verlust entsteht, wenn Energie nicht zurückgeführt wird.
Wenn Bindung sich löst.
Wenn Strukturen nicht erneuert werden.
Verlust ist kein Fehler, sondern ein natürlicher Prozess – doch Systeme überleben nur, wenn sie diesen Verlust ausgleichen können.
Ein stabiles System erkennt seine Verluste und schließt sie.
Ein instabiles System ignoriert sie, bis die Reproduktion zusammenbricht.
Der Unterschied zwischen Stabilität und Zerfall liegt nicht in der Menge der Energie, sondern in der Fähigkeit, sie zu binden und zurückzuführen.
Energie, Mehrwert und Verlust bilden eine untrennbare Einheit.
Sie bestimmen, ob ein System wächst, stagniert oder zerfällt.
Sie bestimmen, ob Zukunft möglich ist oder ob sie sich auflöst.
Systemischer Realismus betrachtet Energie nicht als Ressource, sondern als Beziehung.
Nicht als Vorrat, sondern als Fluss.
Nicht als Eigentum, sondern als Bedingung.
Wer Energie versteht, versteht Mehrwert.
Wer Mehrwert versteht, versteht Verlust.
Wer Verlust versteht, versteht die Dynamik, die Systeme trägt – oder zerstört.