Ein Kreislauf ist mehr als eine Bewegung im Kreis.
Ein Kreislauf ist die Fähigkeit eines Systems, Verluste zu schließen und Energie zurückzuführen.
Alles, was stabil bleibt, bleibt stabil, weil es seine eigenen Verluste kompensiert.
Alles, was zerfällt, zerfällt, weil diese Rückführung unterbrochen ist.
Ein Kreislauf verbindet Anfang und Ende.
Er macht aus Verbrauch Erneuerung.
Er verwandelt das, was verschwindet, in das, was wiederkehrt.
Darum ist ein Kreislauf kein technisches Detail, sondern das Fundament jeder Dauer.
In der Natur ist der Kreislauf kein Sonderfall, sondern der Normalzustand.
Wasser kehrt zurück.
Nährstoffe kehren zurück.
Energie fließt, wird gebunden, wird frei, wird wieder gebunden.
Nichts bleibt isoliert, nichts bleibt stehen, alles ist in Rückführung eingebettet.
Instabilität entsteht dort, wo Kreisläufe aufgebrochen werden.
Wenn Energie nicht zurückfindet.
Wenn Stoffe nicht mehr gebunden werden.
Wenn Systeme mehr verlieren, als sie erneuern können.
Dann beginnt der Zerfall – nicht plötzlich, sondern schleichend, als stille Erosion der Reproduktionsfähigkeit.
Ein Kreislauf ist kein moralisches Ideal.
Er ist eine physikalische Notwendigkeit.
Er ist die Bedingung dafür, dass Systeme nicht nur existieren, sondern bestehen.
Wer Kreisläufe versteht, versteht Stabilität.
Wer Kreisläufe zerstört, zerstört die Zukunft.
Systemischer Realismus erkennt Kreisläufe als die eigentliche Ordnung der Welt.
Nicht als Metapher, sondern als Strukturprinzip.
Nicht als Wunsch, sondern als Wirklichkeit.
Alles, was bleibt, bleibt, weil es zurückkehrt.