Kapitel 54 – Grenzen, Schwellen und systemische Übergänge

1. Grenzen als formative Unterscheidungen eines Systems

Grenzen sind die Unterscheidungen, durch die ein System sich selbst formt.
Sie definieren:

Grenzen sind keine Mauern, sondern Filter.
Sie schützen die Identität des Systems, indem sie bestimmen, welche Wirkungen anschlussfähig sind.

2. Schwellen als sensible Zonen der Grenze

Schwellen sind die sensiblen Bereiche innerhalb der Grenzen eines Systems.
Eine Schwelle ist kein fester Punkt, sondern ein Bereich, in dem kleine Veränderungen große Wirkungen erzeugen können.

An Schwellen entscheidet sich:

Schwellen markieren Orte erhöhter Verletzlichkeit —
und erhöhter Lernfähigkeit.

3. Systemische Übergänge als Neuordnung jenseits der Schwelle

Übergänge entstehen, wenn ein System eine Schwelle überschreitet und dadurch eine neue Form findet.
Ein Übergang ist kein Bruch, sondern eine Neuordnung:

Übergänge sind die Momente, in denen ein System seine Zukunft neu verhandelt.

4. Die bewusste Grenzgestaltung stabiler Systeme

Stabile Systeme gestalten ihre Grenzen bewusst.
Sie:

5. Die Grenzstörung instabiler Systeme

Instabile Systeme verlieren Grenzkompetenz.
Sie:

So entstehen Muster, die entweder erstarren oder zerfallen.

6. Die Transformationsordnung des Systems

Grenzen, Schwellen und systemische Übergänge bilden die Transformationsordnung eines Systems.

7. Systemischer Realismus

Systemischer Realismus erkennt:

Ein System lebt, solange es seine Grenzen gestalten kann —
und seine Übergänge nicht fürchtet, sondern nutzt.