Entscheidung ist der Moment, in dem ein System eine Möglichkeit realisiert und alle anderen verwirft.
Sie ist kein Akt der Willkür, sondern der Selbstgestaltung:
Ein System entscheidet, indem es festlegt, welche seiner eigenen Strukturen es in die Zukunft verlängert.
Jede Entscheidung ist eine Form der Selbstdefinition —
und eine Wette auf die Tragfähigkeit der eigenen Muster.
Konsequenz ist die Wirkung einer Entscheidung im System und in seiner Umwelt.
Konsequenzen sind nicht das Ergebnis von Absichten, sondern von Strukturen.
Ein System kann entscheiden, was es tut —
aber nicht, was daraus folgt.
Konsequenz ist die Rückmeldung der Welt auf die Entscheidung des Systems —
und damit der Prüfstein seiner Orientierung.
Verantwortungstiefe entsteht, wenn Entscheidung und Konsequenz bewusst miteinander verbunden werden.
Sie bedeutet, Entscheidungen nicht isoliert zu treffen, sondern im Bewusstsein ihrer Rückwirkungen.
Ein System besitzt Verantwortungstiefe, wenn es nicht nur fragt:
Verantwortungstiefe ist die reifste Form von Selbststeuerung.
Stabile Systeme entscheiden mit Verantwortungstiefe.
Sie:
Instabile Systeme verlieren Verantwortungstiefe.
Sie:
So entstehen Muster, die entweder chaotisch oder starr werden —
beides zerstört Handlungsfähigkeit.
Entscheidung, Konsequenz und systemische Verantwortungstiefe bilden die operative Reifeordnung eines Systems.
Systemischer Realismus erkennt:
Ein System lebt, solange es entscheiden kann —
und solange es bereit ist, die Wirkungen seiner Entscheidungen in seine Zukunft einzubauen.