Wahrheit ist die Weise, in der ein System seine Umwelt so beschreibt, dass seine eigenen Strukturen tragfähig bleiben.
Sie ist kein objektiver Zustand, sondern ein funktionaler:
Wahrheit ist weniger Entdeckung als Konstruktion —
eine Form der Selbst‑ und Weltbeschreibung, die Wirkung erzeugt.
Jedes System sieht die Welt durch seine eigenen Unterscheidungen, seine Geschichte, seine Grenzen.
Perspektive ist kein Fehler, sondern die Voraussetzung dafür, überhaupt etwas sehen zu können.
Perspektive macht Wahrheit relativ —
aber nicht beliebig.
Denn jede Perspektive ist an die Struktur gebunden, die sie hervorbringt.
Kohärenz entsteht, wenn Wahrheit und Perspektive sich gegenseitig stützen.
Kohärenz bedeutet nicht Übereinstimmung mit einer äußeren Realität, sondern Stimmigkeit innerhalb des Systems.
Ein System ist kohärent, wenn:
zusammenpassen.
Kohärenz ist die innere Logik eines Systems —
die Ordnung, die es handlungsfähig macht.
Stabile Systeme pflegen Kohärenz bewusst.
Sie:
Ihre Kohärenz entsteht aus Reflexivität —
nicht aus Dogma.
Instabile Systeme verlieren Kohärenz.
Sie:
So bricht die innere Logik —
und mit ihr die Stabilität.
Wahrheit, Perspektive und systemische Kohärenz bilden die epistemische Ordnung eines Systems.
Systemischer Realismus erkennt:
Ein System lebt, solange seine Wahrheiten nicht erstarren —
und seine Perspektiven nicht zerfallen, sondern sich zu einer Form verbinden, die Zukunft ermöglicht.